Aufklärung und steigende Nachfrage
In Deutschland leben derzeit schätzungsweise fünf Millionen Menschen, die eine Krebserkrankung überlebt haben, sogenannte Cancer Survivors, darunter etwa 41.000 Langzeitüberlebende einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter. „Cancer Survivors“ können auch viele Jahre nach einer Krebserkrankung gesundheitliche und/oder psychosoziale Spätfolgen erleiden, die mit der ehemaligen Krebsbehandlung assoziiert sein können. Aus diesem Grund empfehlen Leitlinien eine risikoadaptierte Langzeitnachsorge durch in der Versorgung von Cancer Survivors erfahrene Ärztinnen und Ärzte.
In den vergangenen Jahren ist durch gezielte Aufklärungsarbeit der Anteil derjenigen, die eine qualifizierte Langzeitnachsorge anfragen, stetig gestiegen – und die Nachfrage steigt weiter. Somit wird auch der Anteil der Ärztinnen und Ärzte, die künftig Cancer Survivors behandeln, zunehmen. Um diesem wachsenden Bedarf durch die gezielte Qualifizierung von Ärztinnen und Ärzten zu begegnen, hat die Akademie der Ärztekammer Westfalen-Lippe die Fortbildungsmaßnahme „Cancer Survivorship Care” entwickelt.
Vom 4. November bis 12. Dezember 2026 vermitteln Expert:innen aus dem gesamten Bundesgebiet den Teilnehmenden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen für die Versorgung von Krebsüberlebenden. Die Fortbildung richtet sich an Ärzt:innen aller Fachrichtungen, die Patient:innen in der Nachsorge begleiten und ihre Expertise in einem zukunftsweisenden Versorgungsbereich erweitern möchten. Das Curriculum ist sowohl für den ambulanten als auch für den zentrumsbasierten Bereich konzipiert.
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Nach der erfolgreichen Pilotdurchführung im Herbst 2025 und der positiven Evaluation durch die Teilnehmenden startet die Fortbildung nun in die zweite Runde. Sie ist das erste umfassende Fortbildungsangebot in diesem Bereich.
In sieben Modulen werden die Grundlagen der Langzeitnachsorge sowie zentrale Themen wie Sekundärneoplasien und organspezifische Spätfolgen umfassend behandelt. Dabei werden entitätsspezifische und therapiebezogene Besonderheiten berücksichtigt, um eine individualisierte, bedarfsorientierte Versorgung zu stärken. Zudem berücksichtigt das Curriculum die psychosozialen Belastungen und sozialrechtlichen Aspekte von Langzeitüberlebenden.
Inhalt
Modul I: Einführungsmodul
- Relevanz von Spätfolgen einer Krebstherapie für die medizinische Versorgung
- Nachsorgeempfehlungen und -strukturen
Modul II: Sekundärneoplasien (inklusive Tumorprädisposition)
- Sekundärneoplasien
Modul III: Spezifische Spätfolgen (I)
- Neurologische Spätfolgen (inkl. neurokognitiver und neurovaskulärer Komplikationen; Fatigue)
- Psychologische / psychiatrische Spätfolgen
- Gynäkologische und urologische Spätfolgen
- Endokrinologische Spätfolgen
Modul IV: Spezifische Spätfolgen (II)
- Kardiale und kardiovaskuläre Spätfolgen
- Spätfolgen des Gehörs (inkl. Tinnitus)
- Pulmologische Spätfolgen
- Gastrointestinale / hepatische Spätfolgen
- Nephrologische Spätfolgen
- Muskuloskelettale Spätfolgen
- Dermatologische Spätfolgen
- Orale und dentale Langzeitfolgen
Modul V: Entitätenspezifische Nachsorgeaspekte
- Entitätenspezifische Nachsorgeaspekte
- Überlebende nach Stammzelltransplantation
- Nachsorge nach zielgerichteten Therapien / CAR-T / Immuntherapien
Modul VI: Soziale Teilhabe nach einer Krebserkrankung
- Soziale Teilhabe und Reintegration
- Sozialrechtliche und Versicherungsaspekte
- Verhaltensprävention
- Nachsorge im Verlauf des Lebens
- Betreuung von Angehörigen
Modul VII: Abschlussmodul
- Fallbasierte Diskussionen zur Vertiefung und Verknüpfung der vorherigen Lerninhalte und Förderung eines interdisziplinären Austauschs
Das Curriculum wird in interaktiven, synchronen, vor allem online-basierten und asynchronen Lehrinhalten bearbeitet, um das individuelle Lernen zu unterstützen. Fallbasierte Lehrformate, die Entwicklung eines individuellen Survivorship Care Plans und der Austausch mit führenden Expert:innen gewährleisten einen hohen Praxisbezug und interdisziplinären Dialog.
Zwischen den Webinaren sowie in Vorbereitung auf den Präsenztag in Münster sind jeweils eLearning-Einheiten von insgesamt 13 UE zu bearbeiten.
Ausführliche Informationen und die Möglichkeit zu Anmeldung erhalten Sie unter Cancer Survivorship Care.