Projektstart: Bessere Versorgung bei später Schwangerschaftsbeendigung

In Europa sind Schwangere, bei denen im zweiten Trimester ein Abbruch notwendig wird oder die eine späte Fehlgeburt erleiden, mit erheblichen Ungleichheiten in der medizinischen Versorgung konfrontiert. Das COST Action Projekt EQUIP ist die erste europaweite Initiative, um die diese Versorgungslücken zu schließen. Es startet am 28. Oktober 2026.

Die Beendigung einer Schwangerschaft aufgrund einer Fehlgeburt oder einer medizinischen Indikation nach der 13. Schwangerschaftswoche (SSW) ist für die Betroffenen stets eine krisenhafte Lebenssituation. Damit sie diese langfristig physisch und psychisch gesund bewältigen können, ist eine umfassende, empathische, professionelle und stigmafreie Begleitung notwendig. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Gefühl von Autonomie. Entscheidend ist deshalb, dass Betroffene umfassend über alle Schritte und Methoden informiert werden und die Methode selbstbestimmt wählen können. 

Dilatation und Evakuation wird nicht angeboten

Ist dies gegeben, bevorzugen die meisten Patientinnen im zweiten Drittel der Schwangerschaft die transzervikale operative Entleerung der Gebärmutter mittels Dilatation und Evakuation (D&E) gegenüber einer medikamentösen Geburtseinleitung. Gründe hierfür sind die kürzere Eingriffsdauer, die bessere Vorhersagbarkeit, die geringeren Schmerzen und die insgesamt niedrigeren Komplikationsraten.

Darüber hinaus gibt es medizinische Gründe, die ein operatives Vorgehen notwendig machen. Im deutschsprachigen Raum steht Betroffenen die D&E jedoch auch in solchen Fällen nicht zur Verfügung. Besteht beispielsweise bei einer Patientin in der 19. SSW mit Fehlgeburt die Notwendigkeit einer operativen Beendigung, wird ihr bislang nur ein großer abdomineller Eingriff angeboten. Dieser bedeutet viele Tage erschwerter Erholung und deutlich mehr Risiken als die kürzere und schonendere D&E.

Aufbau eines europäischen Netzwerkes

Das COST-Action-Projekt EQUIP (European Network for Quality Uterine Evacuation Integration and Professional Training) ist die erste europaweite Initiative, die sich mit den beschriebenen Versorgungslücken befasst. Sie wird von Doctors for Choice Germany e. V. unterstützt.
Die Initiative soll Fachkräfte im Gesundheitswesen, Forschende, Patient:innen, Interessenvertretende und politische Entscheidungsträger:innen zusammenbringen, um Forschung und Weiterbildung zur D&E sowie deren Implementierung zu stärken. Innerhalb der vierjährigen Laufzeit des Programms wird dabei ein gesamteuropäisches Netzwerk aufgebaut, das gemeinsam mit bestehenden nationalen Netzwerkstrukturen Veränderungen in den einzelnen Ländern voranbringen soll. 
Ziel ist es, D&E als potenziell lebensrettende Methode als Basisqualifikation aller gynäkologisch-geburtshilflich tätigen Ärzt:innen zu etablieren. Zudem soll die Wahl zwischen den verschiedenen Methoden in allen europäischen Ländern selbstverständlich werden. Dies entspricht auch den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Das Projekt startet am 28.10.2026.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Teilnahme finden Interessierte online unter: www.cost.eu/actions/CA25123/.
 

 

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