
BERLINER ÄRZTE, Heft 11/1996, Seite 6: Themenüberblick zum Kongreß „Armut und Gesundheit”
Heft 11/1996, Seite 6: Themenüberblick zum Kongreß „Armut und Gesundheit”
Seit 1995 schafft der „Kongress Armut und Gesundheit” ein Bewusstsein für gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland. Der Fokus liegt auf der Versorgung von Bevölkerungsgruppen, die von Armut betroffen oder gefährdet sind.
1996: Kaum Forschung zum Zusammenhang von Gesundheit und sozialer Lage
Als in der Ausgabe 11/1996 der BERLINER ÄRZTE über den Kongress berichtet wurde, fand dieser erst zum zweiten Mal statt. Die Schwerpunktthemen waren damals der Zusammenhang von psychischen Krankheiten und Wohnungslosigkeit, die Auswirkungen der Krankenversicherungspflicht für Sozialhilfeempfänger:innen sowie die Versorgung und Gesundheitsprävention für sozial benachteiligte Kinder.
Veranstaltet wurde der Kongress von der Ärztekammer Berlin in Zusammenarbeit mit der MUT – Gesellschaft für Gesundheit. Die Ärztekammer Berlin wirkt bis heute als Partnerorganisation des Kongresses. Mittlerweile wird dieser jedoch federführend von der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Berlin-Brandenburg e. V. organisiert.
Mitte der 1990er-Jahre gab es noch wenig Forschung zum Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozioökonomischen Faktoren. Dass Armut eines der größten Gesundheitsrisiken darstellt, ist dank wissenschaftlicher Erkenntnisse mittlerweile unumstritten. Der Kongress hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zur größten Public-Health-Veranstaltung in Deutschland entwickelt. Seine Vision ist die Entwicklung einer Public-Health-Strategie und -Struktur in Deutschland, die die Situation von Menschen in schwierigen sozialen Lagen konsequent einschließt. Durch die Schaffung fairer politischer Rahmenbedingungen und bewusster Anstrengungen sollen Armut und soziale Unterschiede abgebaut werden.
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2026: „Was sind uns Chancengerechtigkeit und Gesundheit als Gesellschaft wert?“
Mit dieser Fragestellung lädt der „Kongress Armut und Gesundheit” am 16. und 17. März 2026 zum fachlichen Austausch in den Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin ein. Hier kommen Akteur:innen aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik, Praxis und Selbsthilfe zusammen.
In über 100 Veranstaltungen, darunter Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops, erhalten die Teilnehmenden Einblicke in neueste Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis. Gemeinsam können sie dort Veränderungspotenziale und Lösungsansätze diskutieren. Die Themenschwerpunkte sind im Diskussionspapier zum diesjährigen Kongress nachzulesen.
Am Dienstag, den 17. März um 9 Uhr, wird der Präsident der Ärztekammer Berlin, PD Dr. med. Peter Bobbert, an der Podiumsdiskussion zum Thema „Notfallversorgung für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz sicherstellen“ teilnehmen. Mit ihm diskutieren Vertreter:innen von Ärzte der Welt, Diakonie Deutschland, dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main, der Berliner Clearingstelle für nicht krankenversicherte Menschen und der Universitätsmedizin Mainz.
Informationen und Anmeldung
Datum: 16. und 17. März 2026
Ort: Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, Garystraße 35 in 14195 Berlin
Ticketvorverkauf: Kongress Armut und Gesundheit 2026