Während der offiziellen Veranstaltung überreichte Berlins Gesundheitssenatorin Dr. Ina Maria Czyborra im Namen des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz an Prof. Dr. med. Martina Rauchfuß. In ihrer Rede betonte sie, wie wichtig ihr persönlich die psychosomatische Frauenheilkunde ist, und stellte fest: „Sie haben die Medizin nicht als abgeschlossene Fachwelt verstanden, sondern als Auftrag, auf Verletzlichkeit zu reagieren, Schutzräume zu schaffen und Entwicklung zu ermöglichen. Ihr Lebenswerk zeigt: Gute Medizin fragt nicht nur, was dem Körper fehlt, sondern auch, was den Menschen stärkt.“ Mit ihrem Wirken habe Rauchfuß Brücken zwischen Wissenschaft, Klinik und Gesellschaft gebaut und Generationen von Mediziner:innen geprägt.
Anschließend feierte die Preisträgerin mit vielen Wegbegleiter:innen. Neben der Freude über diese Würdigung wurde dabei auch die persönliche Freude für und über Martina Rauchfuß hervorgehoben. Ebenso wichtig sei der gesellschaftliche Wert dieser Ehrung, der beeindruckt und ein positives Signal für die Frauengesundheit darstellt. Dies war auch eine Intention bei den Überlegungen, die Berliner Professorin für die Auszeichnung vorzuschlagen.
Im Mittelpunkt habe die Frage gestanden, wie gesellschaftliches Engagement sichtbar gemacht werden könne und wie ein Zeichen für ein menschliches, einander zugewandtes Miteinander gesetzt werden könne – gerade in Zeiten, in denen sich vieles als „Gegeneinander“ anfühle. Dabei war es naheliegend, das so vielfältige Wirken von Prof. Rauchfuß zu würdigen, so eine Wegbegleiterin. „Wir freuen uns sehr, dass das gelungen ist. Herzlichen Glückwunsch!“
Praxis, Forschung und Berufspolitik
In der Begründung zur Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland hieß es, Rauchfuß habe „die psychosomatische Frauenheilkunde in Deutschland über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt. Nach ihrem Medizinstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin und ihrer Tätigkeit an der Charité setzte sie sich bereits in der DDR für eine ganzheitliche Sicht auf Frauengesundheit ein und baute früh Brücken zwischen ost- und westdeutschen Fachkolleginnen und -kollegen.
In Forschung, Lehre und klinischer Praxis machte sie sich konsequent dafür stark, psychosoziale Faktoren sowie die Zusammenhänge von Gewalt und Gesundheit stärker in der Frauenheilkunde zu verankern.
Als langjähriges Vorstandsmitglied und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe trug sie entscheidend dazu bei, psychosomatische Grundversorgung als festen Bestandteil guter gynäkologischer Medizin zu verankern. Darüber hinaus engagierte sie sich intensiv für Fort- und Weiterbildung, unter anderem als Vorsitzende des WIPF e. V. sowie in der Lehre an der Medizinischen Hochschule Brandenburg.“